Auf zu neuen Ufern ..

Die offizielle Webseite von MOGiS e.V. ist http://mogis-verein.de/

(Vorneweg ein kleiner Hinweis in eigener Sache: Wir würden ja gerne mit Frau von der Leyen reden ..)

Name

Am Sonnabend dem 12.09.2009 findet vor der Demonstration „Freiheit statt Angst“ in Berlin die MOGiS-Mitgliederversammlung statt. Auf dieser wird voraussichtlich der folgende Satzungsentwurf verabschiedet. MOGiS wird damit dann mittelfristig in einen e.V. übergehen.

Ich möchte diese Gelegenheit nutzen um ein paar persönliche Worte loszuwerden.

Zuerst möchte ich auf den Vereinsnamen eingehen. Mir behagt das Wort „Opfer“ im Namen nicht so sehr – das tat er eigentlich schon bei der Gründung nicht -MBGIZ oder MÜGIS waren aber nicht sooo knackige Namen. MOGiS ist ja jetzt als Marke relativ erfolgreich etabliert, für den Moment schlage vor zu sagen: „MOGiS: eine Stimme für Betroffene“

Das Wort „Opfer“ hat eine Eigendynamik, der auch ich mich nicht wirklich erwehren konnte[0]. Ich habe zwar in einem gewissen Sinne lebenslänglich, bin aber auch mehr als nur Opfer sexuellen Missbrauchs[1]. Nicht alle meine Regungen und Gefühle werden durch irgendwelche Kindheitstraumata bestimmt.

Aus meiner jetzigen Warte, würde ich dazu raten zu sagen: „Ich wurde [als Kind] [sexuell] missbraucht/misshandelt“ .. mit der Aussage und der Einstellung: „Ich bin Opfer sexuellen Missbrauchs“ mache ich mich selber zu einem Ding[2] und werfe mich zudem zurück in die Zeit, als ich wenig Kontrolle über und wenig Wissen um die mit mir geschehenen Handlungen hatten.

Diese Auseinandersetzung sollte meines Erachtens nicht ständig geführt werden und kann es wohl auch nicht – Manchmal braucht es eben Urlaub vom Opfer-sein :).

Die Opferrolle gibt zudem vielleicht die Möglichkeit die Wärme und Zuneigung zu bekommen, die man braucht. Dies aber zu einem hohen Preis. man verliert eine Teil der eigenen Initiative. Die gesellschaftlich akzeptierte Opferolle ist meines Erachtens viel zu klein um wirklich hilfreich zu sein.

Vielleicht hilft es ein wenig, wenn wir einerseits etwas freier äußern, wenn wir Nähe oder Verständnis brauchen und andererseits wahrnehmen, dass unsere Mitmenschen eben dieser Nähe und Verständnis bedürfen – und dies auch ohne, dass es dafür dann einen speziellen Grund geben muss -> Mensch-sein sollte Grund genug sein.

Weiterhin glaube ich, dass wir bei MOGiS jetzt so langsam die Mischung an Aktiven bekommen[3], die es mir erlaubt, etwas in den Hintergrund zu treten.

viele liebe Grüße
Christian Bahls

[0] wie man vielleicht zwischenzeitlich gemerkt hat

[1] obwohl ich ehrlich gesagt finde, es gibt nicht den Missbrauch .. Jeder Gebrauch eines Menschen ist ein Missbrauch – weil es Ihn entmenschlicht, zu einem Ding macht und damit seiner Würde und Selbstachtung beraubt.

[2] indem ich meine Individualität der Rollenvorstellung von „Opfer sexuellen Missbrauchs“ unterordne

[3] trotzdem, oder gerade: deswegen, möchte ich jeden Interessierten auffordern sich in MOGiS einzubringen. Wer Sonnabend dabei sein möchte meldet sich am besten heute per Email oder über unser Kontakttelefon: +49 176 78588016

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