Wie sag ich's meinem Kinde ..

Oder: Lieber Bodo …

Ich antworte Dir mal unaufgefordert mit einem Zitat von Dieter Nuhr:

Irgendwie haben die Leute das mit der Meinungsfreiheit falsch verstanden, man darf eine Meinung haben, man muss nicht. Wenn man keine Ahnung hat, einfach mal Fresse halten.

Wenn Du also einen Funken Ehre hast und Dir die erklärten Ziele der Piratenpartei nicht völlig am Arsch vorbei gehen, dann trittst Du jetzt freiwillig von Deinen Ämtern zurück und stellst Deinen Platz auf der Landesliste zur Verfügung.

viele Grüße
Christian

PS: bin zwar kein Pirat, maße mir jetzt aber trotzdem mal an ‚was zu sagen

17 Antworten zu “Wie sag ich's meinem Kinde ..

  1. meinungsfreiheit bedeutet aber nicht das du alles denken „darfst“ lieber bodo.
    denn „meinungen“/gedanken, die auf historisch begründeten falsch aussagen und faschistischer und rassistischer ideologie fussen sind keine meinung sondern schlicht weg ein verbrechen an der menschlichkeit!

    so nu ist es raus.

    btw: wenn man sich dessen stellungnahme durchliest sind doch eh alle floskeln aus der aufforderung zur stellungnahme von den piraten „geklaut“. so wirkliche eigenleistung als in den mund gelegte worte hab ich da nicht drin gefunden

  2. Endlich spricht es mal Jemand aus. Danke!

  3. Wie wäre es mit einer brauchbaren Begründung, anstatt nur einen Link hinzuwerfen?

    Gegen welche Forderungen von Bodo richtest Du Dich konkret? Auch gegen Forderung 3.?

    (Christian: wenn es nur die Forderungen wären .. Bodo fehlt jegliches Verständnis für die Befindlichkeiten von Opfern .. was bedeutet „bedingt“ in Forderung 2? .. Ich werde die Piraten jetzt nicht dissen indem ich hier lang und breit darlege, was er alles falsch gemacht hat .. lies doch auch einfach mal nach dem von Dir zitierten Punkt weiter)

  4. Ok.. bis zu den Forderungen wie Jens sagte ist jetzt nicht wirklich viel auszusetzen, wobei das „bedingt“ auch geklärt sein sollte.
    Aber der Abschnitt mit dem das das Missbrauchsopfer entscheiden kann ist doch wirklich einfach nur noch dumm, da dadurch allein schon der Schutz des Opfers in der Kindheit quasi gestrichen wird.. Naja kann mich grad nicht genau ausdrücken, aber ich denke ich weiß auch genau was Christian meint.

  5. Schön, dass wenigstens Du ‚Bodo Thiesen‘ und ‚Piratenpartei‘ getrennt wahrnimmst, Christian.

  6. Sein Vorschlag zur möglichen späteren Freigabe von Kinderpornos durch die Opfer ist wirklich grotesk. Es klingt so, als hätte er sich gerade hauptsächlich mit Urheberrechtsproblematiken beschäftigt und wäre dabei zufällig über das Thema Kinderpornografie gestolpert. Jedenfalls scheint er nicht das geringste Gespür dafür aufzubringen, was Kindesmissbrauch für die Opfer eigentlich bedeutet.

    Mich stört auch gewaltig der Euphemismus „Dokumentation von Handlungen nach §176“, wenn er in Wirklichkeit kinderpornografische Aufnahmen nach §176a(3) meint.

    (Christian, naja .. wir finden „Kinderpornographie“ ist das verharmlosende Wort: http://mogis-verein.de/2009/04/05/hallo-welt/ )

  7. Bei der Meinungsfreiheit geht es nicht darum, dass ich sagen darf, ich finde Mc Donald besser als Burger King, sondern es sind auch wirklich heavy Themen mit eingeschlossen.

    Was soll das sonst mit der Meinungsfreiheit?

    (Christian: Freiheit ohne Verantwortung ist wertlos .. Menschen haben Gefühle .. Bodo argumentiert zu rational und verliert die Wirkung seiner Wort aus den Augen .. Solche Leute machen es Frau von der Leyen so einfach vom „rechtsfreien Raum“ zu sprechen .. von Anarchisten, etc pp .. )

  8. hier wird also auch zensiert – na gut, dass ich das noch vor den Wahlen weiss – dann eben doch SPD

    (Christian: Sven .. hier wird gar nichts zensiert .. Alle unsere Kommentare werden moderiert .. Das ist unser Blog .. Wir üben hier ein Hausrecht aus .. Das dauert vielleicht manchmal etwas Zeit .. Wenn dir das nicht passt, dann hast Du die Möglichkeit woanders geeignet auf diesen Artikel hinzuweisen .. Über Pingback erscheint dann dein Artikel vielleicht auch hier in den Kommentaren)

  9. An Christian: Ich bitte um Entschuldigung !

    Die Verzögerung etc. verleitete mich zu dieser Fehlannahme.

  10. Hallo Christian,

    vielleicht magst (mögen ist sicherlich das falsche Wort) Du, so Du Handlungsbedarf siehst (ich kenne mich in der Gesetzgebung und dem Thema nicht wirklich aus), im dortigen Wiki, ein paar Vorschläge oder Kommentare für eine gute bzw. bessere Gesetzgebung machen. Ich kann aber auch verstehen, wenn Dir nicht danach ist. .. :/

    (Christian: leider finde ich seinen Text teilweise so unterirdisch, dass ich nicht die Lust besitze den auch nur irgendwie weiter zu kommentieren .. setze mich aber gerne zusammen mit noch einem anderen Opferverband (Dunkelziffer?) mit den Piraten hin und helfe Ihnen bei der Findung einer Position)

  11. Zumindest in Bezug auf seine Forderungen 1 und 3 kann ich Bodo eigentlich nur zustimmen. Letztlich setzt die aktuelle rechtliche Lage den dokumentierten Mißbrauch von Kindern gleich mit rein fiktionalen Werken, die niemandem einen Schaden zufügen.

    (Christian: Die Frage bei den fiktionalen Werken ist, ob sie Personen soweit anheizen, dass sie zu Tätern werden. Auch ist die Frage, ob die ständige Beschäftigung mit solchem Material nicht zu einer Art Gewöhnung führt, die später den Missbrauch als etwas Normales erscheinen lässt)

  12. Die Frage bei den fiktionalen Werken wäre dann aber auch, ob die ständige Beschäftigung mit z.B. Kriminalromanen Verbrechen als etwas Normales erscheinen lässt. (Das lässt sich beliebig erweiteren.)

    Kriminalromane und TV-Krimis verbieten?

    (Christian: Werden Krimis von Mördern oder Räubern produziert? .. Wird in Krimis Raub und Mord als etwas erstrebenswertes dargestellt? .. UND: Wie wird Missbrauch in Krimis dargestellt? .. Derart, dass man sich daran aufgeilen kann? .. Ich denke hier verwechselt Ihr etwas .. )

    (Christian: Generell würde ich die Kommentatoren in diesem Thread bitten etwas mehr darüber nachzudenken, wo sie gerade und was sie gerade posten)

  13. @Christian

    Die Frage bei den fiktionalen Werken ist, ob sie Personen soweit anheizen, dass sie zu Tätern werden. Auch ist die Frage, ob die ständige Beschäftigung mit solchem Material nicht zu einer Art Gewöhnung führt, die später den Missbrauch als etwas Normales erscheinen lässt.

    Tut mir leid, aber dem ich ohne Weteres nicht zustimmen. Ganz ähnlich wird auch gegen „Killerspiele“ argumentiert – angeblich Abbau der Gewaltschwelle. Zumindest bei diesem Thema kann ich klar sagen, daß ich das keinesfalls bestätigen kann.

    (Christian: Der Vergleich hinkt .. Du vergleichst hier Äpfel mit Birnen .. stell Dir vor es gäbe eine Spiel in dem Du wirklichkeitsnah ein Kind missbrauchen würdest .. dann sind wir da .. und nun überleg mal, was diese Nichtächtung in Computerspielen für einen Eindruck erweckt .. Eventuell, dass solche Taten gar nicht so schlimm wären, schliesslich sind sie ja sogar wirklichkeitsnah in einem Computerspiel wiedergegeben?)

    Kennst du denn Untersuchungen, die deine These belegen? Realität von Fiktion in einen Topf zu werfen halte ich vorsichtig gesagt für sehr gewagt.

    (Christian: gewagt ist es mindestens genauso das Gegenteil zu behaupten .. ist gibt sicherlich einen Gewöhnungseffekt, wenn man sich mit solchen Texten oder Bildern intensiv beschäftigt .. http://de.wikipedia.org/wiki/Habituation#Habituation_beim_Menschen .. )


    (Laura: Hallo Geralt, ich glaube schon, dass durch häufigen Konsum von Gewalt und Horror ein Gewöhnungseffekt eintritt (demnächst hierzu auch ein Link). Gut erkennt mensch das meines Erachtens am Erfolg der SAW-Filme. Der einfache Horror von Hitchcocks „Die Vögel“ reicht beispielsweise nicht mehr aus, um Horror zu empfinden.)

  14. Pingback: Traci Lords und das Märchen von der Freiwilligkeit « MissbrauchsOpfer Gegen InternetSperren

  15. @Christian

    Daß Vergleiche nie 100%ig treffend sind, ist wohl jedem klar. Aber ich bleibe dabei, daß die „Killerspiel“-Debatte paßt. Du wirst auch kein Spiel finden, in dem du wirklichkeitsnah in einer Schule Amok läufst. Dennoch sollen die Spiele für genau so ein Verhalten verantwortlich sein.

    (Christian: Du bist argumentativ schon fast angekommen: Genau, es gibt eben nicht die Möglichkeit Amok in einer Schule zu spielen (sicherlich alleine schon aus Achtung vor den Opfern dieser Schulmassaker) .. Es gibt aber sehr wohl bildliche Darstellungen von sexuellen Missbrauch an Kindern und Jugendlichen .. spätestens hier sollte Dir auffallen, dass Du hier Äpfel mit Birnen vergleichst)

    Aber selbst unter der Annahme eine Gewöhnung finde statt, halte ich es nicht für angebracht echtes Leid von Kindern im Strafrecht gleichzusetzen mit Software/Zeichnungen/Texten. Da sehe ich die Verhältnismäßigkeit nicht gewahrt. Ob man nun das eine nach oben oder das andere nach unten korrigieren sollte, ist nochmal eine andere Frage (zu der ich meine Meinung bereits geäußert habe).

    (Christian: es steht zwar im Gesetz auf der selben Stufe .. jedoch sollte man sich klar machen, dass dort immernoch ein Richter urteilt .. viel bedenklicher finde ich, dass der Konsum solchen Materials inzwischen fast mit echtem Missbrauch auf einer Stufe steht .. Das sollte m.E. zu Denken geben!)

    Und weil es gerade bei Fefe kam – es gibt wohl tatsächlich Studien:

    http://www.tagesanzeiger.ch/leben/gesellschaft/Wie-sich-KinderpornoKonsumenten-verhalten/story/30213870

    (Christian: hier bestätigst Du leider meine Einstellung, dass der Konsum bildlicher Darstellungen vom sexuellen Missbrauch von Kindern konsequenter und weitreichender verfolgt als ein echter Missbrauch .. angesichts der hohen Dunkelziffer bei Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung von Kindern wirkt die Untersuchung auf mich wie blanker Hohn [zumal 6 Jahre reichlich kurz sind im Umfeld dieser Straftaten überhaupt eine Aussage zu treffen])

    @Laura:

    Ich kann selber nur zum Thema Gewalt in Spielen etwas sagen. Und da habe ich weder bei mir noch bei Freunden Abstumpfungen wahrnehmen können, obwohl wir gerne mal die pösen „Killerspiele“ gegeneinander zocken.

    Horrorfilme sind nicht mein Fall, aber ich denke die kann man nur bedingt vergleichen. Einige Hitchcocks (z.B. Fenster zum Hof, Vertigo) kenne ich und die arbeiten nicht mit Brutalität sondern mehr mit Psychologie. Mit den Blutspritz-Splatter-Filmen (Saw scheint sowas zu sein) würde ich sie also nicht vergleichen. Als „Weiterentwicklung“ sehe ich persönlich das nicht. Es sind eher verschiedene Genres.

    (Christian: Die Splatterfilme im Mainstream-Kino waren also schon immer so brutal und detailiert in ihren Gewaltdarstellungen?)

  16. Genau, es gibt eben nicht die Möglichkeit Amok in einer Schule zu spielen (sicherlich alleine schon aus Achtung vor den Opfern dieser Schulmassaker) ..

    Du gehst also davon aus, daß der entscheidende Unterschied die genauen Umstände sind? Gäbe es Spiele/Filme/Bücher/Zeichnungen, bei denen jemand in Schulen Amok läuft, würden Konsumenten damit soweit abstumpfen selbst Amok zu laufen?

    viel bedenklicher finde ich, dass der Konsum solchen Materials inzwischen fast mit echtem Missbrauch auf einer Stufe steht .. Das sollte m.E. zu Denken geben!

    Dem stimme ich zu.

    hier bestätigst Du leider meine Einstellung, dass der Konsum bildlicher Darstellungen vom sexuellen Missbrauch von Kindern konsequenter und weitreichender verfolgt als ein echter Missbrauch ..

    Natürlich, weil das deutlich einfacher ist. Zensursula zeigt doch gerade wie die Prioritäten verteilt sind – wichtig ist, was sich so anhört als würde etwas getan. Die größte Außenwirkung wiederum haben Aufdeckungen großer KiPo-Ringe. Selbst wenn es letztlich kaum Verurteilungen gibt, weil schlichtweg zu schlampig ermittelt wurde. :-(

    An dieser Stelle übrigens Danke für euer Engagement! Ich finde es sehr wichtig die Prioritäten entscheidend in Richtung Prävention zu rücken.

    Die Splatterfilme im Mainstream-Kino waren also schon immer so brutal und detailiert in ihren Gewaltdarstellungen?

    Kann ich leider nicht sagen, weil ich sowas wie gesagt nicht mag und ansehe.

    (Christian: ich ebensowenig .. manchmal muss ich aber deren Werbung im Kino oder aber beim Zappen im Fernsehen mal einen kurzen Ausschnitt ertragen)

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