Der Zweck heiligt nicht jedes Mittel!

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Ich denke wir brauchen eine ehrliche Diskussion darüber, dass der Zweck nicht jedes Mittel heiligt. Auch nicht beim Themenkomplex Missbrauch und der Verbreitung seiner Dokumentation!

Denn wo führt die aktuelle Diskussion denn hin? Wollen wir eine „Great Wall of Germany“ aufbauen? Denn das ist die letzte Konsequenz aus der Eskalation von „Sperren fortentwickeln“ und „Sperren umgehen“ !

Auch ist die totalen Sicherheit eine Illusion. Eine Illusion, die einem als Missbrauchsbetroffenen schon früh im Leben geraubt wird.

Das Leben steht letzendlich die ganze Zeit auf Messersschneide. Solche Anlässe wie die aktuelle Diskussion machen uns nur wieder darauf aufmerksam, wie verletzlich wir und unsere Kinder eigentlich die ganze Zeit sind.

Ich finde man sollte auch keine allumfassende Sicherheit suggerieren oder versprechen. Eigentlich müsste es sogar so sein, dass, wenn jemand die totale Sicherheit verspricht,  alle sagen: „Der Kaiser ist ja nackt!“.

Aber keiner traut sich! Denn dieses Thema ist ja auch so unglaublich heikel. Wer will denn schon als Kinderpornograph, Pädophiler oder Sympathisant diffamiert werden?

Genauso wie im Märchen „Des Kaisers neue Kleider“, in dem den Leuten erzählt wird, nur die Unschuldigen würden die Wahrheit sehen: die Kinder.

Die Kinder werden aber gerade genau in der laufenden Diskussion als potentielle Opfer vereinnahmt. Dann lautet aber die Frage: Ja, wer kann sich dann überhaupt noch frei äußern?

Keiner? Außer vielleicht ein paar Wortführern der Sperren im BKA, den entsprechenden Bundesministerien und einigen Lobyisten mit finanziellen Interessen?

Ich traue mich aber trotzdem zu sagen: „Der Kaiser ist ja nackt“.

Denn alles, was jetzt so zu sehen ist, ist doch der Ausdruck einer puren Ohnmacht! Und das ist, was die Politik jetzt mit Ihren Hau-Ruck-Aktionen zu kaschieren versucht.

Das liegt aber auch an uns Bürgern! Solange wir nach 100% Sicherheit verlangen, wird uns diese auch von fragwürdigen Personen versprochen werden!

Können wir nicht lernen, damit zu leben, dass es ein Restrisiko gibt? Wollen wir die totale Kontrolle? Wenn ja, dann soll man das auch so offen und ehrlich sagen.

Denn was soll denn jetzt kommen, nach VorratsDatenSpeicherung (ja auch Ihre Telefonate und SMS werden registriert), dem BKA-Gesetz (wann haben sie das letzte mal in Ihr Computertagebuch geschrieben) und den geplanten DNS-Manipulationen

Wäre es nicht anstatt dieser unglaublich gefährlichen Symbolpolitik angebracht:

  • Den Opfern echte Hilfe anzubieten?
  • die Dunkelziffer bei Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung zu verringern?
  • Die Täter zu verfolgen, anstatt nur der von ihnen verbreiteten Inhalte?
  • Den Pädophilen, die unter Ihren Neigungen leiden, durch Therapie helfen keine Täter zu werden?
  • Kinder stark zu machen, sodass sie gar nicht die Schwachstellen haben, die Täter benutzen um sich Ihnen zu nähern? (Wann haben sie das letzte Mal ein „Nein!“ Ihres Kindes ignoriert, sind darüber hinweggegangen und haben es unterworfen?)

Können Wir nicht darüber reden?

Christian;
persönlich betroffen

10 Antworten zu “Der Zweck heiligt nicht jedes Mittel!

  1. Hallo,

    ein paar meiner Kommilitonen und ich (alles Informatik- und Medieninformatikstundenten aus Ulm) haben einen offenen Brief an unseren Bundespräsidenten verfasst, der darauf aufmerksam macht, dass die Sperrlisten der falsche Weg ist. Wir erwähnen darin u.a. dass Sperrlisten leicht umgangen werden können, zur Zensur missbraucht werden und vor allem den Opfern nicht gerecht wird.
    Unser Hauptaugenmerk lag allerdings auf dem Punkt des Zensurmissbrauchs, den wir auch mit Beispielen aus Skandinavien und anderen Ländern belegt haben. Nachdem ich das ZEIT Interview gelesen hatte, habe ich den Link zu diesem Blog meinen Freunden weitergeleitet.
    Hoffe das hebt euren Kampfesgeist etwas :-)
    regards,

    a l r

  2. Pingback: Zitat des Tages (17.04.2009) « FreiheIT-Blog

  3. Vielen Dank für diese Worte. Sie sprechen mir echt aus der Seele. Ich hoffe das diese Worte auch in der Politik ankommen und wir endlich wieder eine Abrüstung der ganzen „Sicherheitsmaßnahmen“ sehen. Was mich besonders traurig macht ist das man nicht offen darüber diskutieren kann. Sofort ist man Pädophil und ein Unterstützer oder mein Lieblingssatz:
    Ich hab nichts zu verbergen…

    So long
    Vinz

  4. Pingback: Internetsperren aus der Sicht eines Mißbrauchsopfers | Meine grüne Welt

  5. Sehr guter Ansatz, unterstütze ich voll.

  6. Pingback: Wochenrückblick 13.04. - 18.04.2009 « Sikks Weblog

  7. Pingback: Massnahmen ergreifen .. « MissbrauchsOpfer Gegen InternetSperren

  8. Pingback: Glückwunsch-Blog » Zensursula und die Folgen… |

  9. Pingback: Gegen die INTERNETZENSUR ! - WorldofWar.de Foren

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