Menschenbild

Eigentlich ist es schon recht seltsam, welches Menschenbild die Befürworter der Sperren teilweise zu haben scheinen.

Da sollen normale Leute plötzlich pädophil werden, nur weil sie zufällig mal im Internet auf „dokumentierten Missbrauch“ stoßen?

Natürlich ist man im christlichen Abendland, mit seinem nicht gerade vom Geiste des Humanismus durchwirkten Gründungsmythos, ’ne Menge an negativen Menschenbild gewohnt.

Aber einem großen Teil der Bevölkerung eine latent pädophile Neigung unterstellen zu können ist schon außergewöhnlich.

Da fragt man doch, was so bestimmte Leute in Unserer Regierung so tief in Ihrem Unbewussten zu finden befürchten.

Wir möchten hier aber noch auf eine andere Tatsache zurückkommen.

Es scheint wissenschaftlicher Konsens zu sein, dass Pädophilie eine Neigung darstellt, im wesentlich wie Hetero- oder Homosexualität. Sie ist also in der Person integriert und ist als solche nicht mehr zu entfernen. (Für einen etwas tieferen Einblick in die Persönlichkeits- und Argumentationsstruktur solcher Personen bietetet sich die an das scuisblog gesendete Email an.)

Ein Teil der betroffenen Personen findet damit einen gesellschaftlich akzeptierten Umgang, dies ist ganz gut in folgendem Kommentar erkennbar. Um das zu schaffen, gibt es solche Projekte wie: „Kein Täter werden!“.

Andererseits ist eben nicht davon auszugehen, dass Familienväter jetzt anfangen Kinder zu missbrauchen, nur weil sie zufällig mal Irgendwo auf soetwas gestoßen sind (hey, mal ehrlich ist irgendjemand von Euch schon mal zufällig auf solcher Art Material gestoßen?).

Das braucht mehr .. Dazu muss man dem Opfer schon ein Stück weit seine Menschlichkeit und sein Schutzbedürfnis absprechen.

Und natürlich muss eine solche Person die Fähigkeit haben die eigenen Interessen in die Kinder projezieren zu können, wie sonst könnte sie sonst später behaupten, das Kinde hätte das so gewollt und provoziert. (In Bezug auf die Einvernehmlichkeit ist folgendes Posting vielleicht auch für manche Pädophile ganz erhellend.)

Dass dieses ganze Thema unter Sexualität abgehandelt wird, hat sowieso eine ganz schale Note, denn: wenn Dich jemand mit einer Bratpfanne schlägt, nennt man das auch nicht Kochen!

in diesem Sinne

Christian, MissbrauchsOpfer Gegen InternetSperren

6 Antworten zu “Menschenbild

  1. „dass Pädophilie eine Neigung darstellt, im wesentlich wie Hetero- oder Homosexualität.“

    Sollte es dann nicht besser „Pädosexualität“ heißen? Schon allein weil „phil“ soviel wie „Freund“ bedeutet.

    • Wir können in diesem Zusammenhang nur noch mal
      auf die obigen Ausführungen bezüglich Sexualität hinweisen.

      Es mag zwar die Sexualität des Täters/der Täterin sein,
      doch sicherlich nicht die des Kindes.

      Wir sind uns nicht so sicher ob nicht „Pädosexualität“
      eine falsche Konotation hat.

      Natuerlich heisst Phil so viel wie Freund ..
      und klar, es ist deren Selbstdarstellung.
      Wir werden Uns dazu eine Meinung bilden.

      viele Grüße
      MissbrauchsOpfer Gegen InternetSperren

  2. Also ich finde Ihr sitzt hier selbst einem Teil des Mythos auf, der gerade von den ZensurbefürworterInnen produziert wird. Und zwar dem Fremdtätermythos und dem Mythos normale Männer würden sowas nicht tun.
    Untersuchungen in Tourismusgebieten und Beobachtungen z.B. im Vietnamkrieg zeigen aber das ganz normale Männer von nebenan in Ausnahmesituationen sowohl massenhaft Gewalt anwenden als auch nichts dabei finden Kinder sexuelle Gewalt anzutun. Dies machen nicht alle Männer, aber in Vietnam waren die Männer, die dies nicht gemacht haben, in einem Teil der Fälle die Minderheit. Und in Vietnam waren ganz normale USAmerikanische Männer im Einsatz. In anderen Kriegen läßt sich ähnliches beobachten. Untersuchungen zu Sextouristen in Asien ergeben ein ähnliches Bild (insbesondere bezogen auf Kinder über 12 / 13 Jahren), interviewte Täter waren nach psychologischen Profil nicht auffällig. Legitimiert haben sie sich mit exotischtischen/rassistischen Stereotypen.

    Außerdem ist sexuelle Gewalt im Alltag primär Beziehungsgewalt. Das gilt auch für sexuelle Gewalt gegen Kinder. Es ist nicht zufällig das eine Familienanbeterin wie Ursula von der Leyen sich alle Mühe gibt den Fremdtätermythos wieder stark zu machen, anstatt Frauenhäuser (die eben auch Schutz für Mütter mit Kindern darstellen) zu fördern, anstatt z.B. die neuen Abhängigkeiten durch Hartz IV in Bedarfsgemeinschaften anzugehen und die Kinderrechte GEGEN die familiären Zugriffe zu stärken.
    Im Raum Hannover hat Hartz IV bereits zu einem Anstieg im zweistelligen Prozentbereich der innerfamiliären Gewalt geführt (Also in der Regel zum Anstieg der Gewalt von Männern gegen Frauen und Kindern – sexuelle Gewalt, auch gegen Kinder, ist als Teil davon zu begreifen -).

    Die Internetzensurdiskussion muß meiner Meinung nach als Teil reaktionärer Familienpolitik begriffen werden, die gerade nicht die wirklichen Ursachen sexueller Gewalt im Bereich familiärer Strrukturen angehen will. Und die im Zusammenhang zu sehen ist mit einer asozialen Sozial- und AusländerInnenpolitik, die Gewalt und sexuellen Mißbrauch systematisch fördert (z.B. auch durch die durch das AusländerInnenrecht konstituierten Abhängigkeitsregelungen (Aufenthalt=Ehe), durch Abschiebungspraxen (z.B. betroffene von Gewalt), usw.). Für reale Fremdtäter wäre außerdem vielmehr das Problem deutscher Täter im Ausland relevant im Kontext von Rassismus (z.B. sexuelle Gewalt gegen Kindern aus dem Sinti und Roma Millieu als Effekt von Rassismus und sozialer Verelendung), Chauvinismus und Exotismus (Beispiel Thailand).

    • Ich (Christian) wurde von einem fremden Mann missbraucht, der meinen Wunsch nach menschlicher Nähe und Anerkennung auszunutzen wusste.

  3. Politiker sind um Ruf und Job zu bewahren gezwungen eine fette Lobby zu schützen… schleimiger Teil unseres Menschenbildes… *pfuiteufel*
    (Christian: Naja .. wer will denn jetzt schon als Missbrauchsunterstützer dastehen? .. Das ist doch verständlich .. oder?)

  4. Pingback: Es gibt Journalisten, die fuer Zensur sind | stk

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